Von der badischen Weinstraße in die Höhen des Schwarzwaldes

Tagestour von Offenburg nach Baden-Baden



Unsere Tagestour beginnt in Offenburg, der Kreisstadt des Ortenaukreises, mit vielen Sehenswürdigkeiten, die wir aber angesichts der knapp bemessenen Zeit und eines vollen Programms nicht genießen können. Von Offenburg aus fahren wir nur wenige Kilometer nach Durbach, dem malerischen Weinort der badischen Weinstraße. Die kleine Gemeinde von 3950 Einwohnern ist vom Tourismus und der Weinwirtschaft geprägt, die Durbacher Winzer gehören zur Winzerelite Baden-Württembergs. Wer die Zeit und Lust dazu hat, sollte auf jeden Fall einen Besuch auf einem der vielen empfehlenswerten Weingüter, beispielsweise bei Andreas Laible oder Heinrich Männle auf dem Weingut einplanen, es lohnt sich.

 

Nach einem kurzen Rundgang durch das Durbacher Zentrum fahren wir weiter in Richtung Oberkirch zu unserem ersten Etappenziel, das Schloss Stauffenberg. Das Schloss, im 11. Jahrhundert erbaut, befindet sich im Privatbesitz des Markgrafen von Baden. Zum Schloss gehört heute auch der Weinbau und eine Weinstube. Kurz nach Durbach fahren wir links auf einer kleinen Seitenstraße hoch zum Schloss, das an schönen Sommertagen auf der Terrasse im Inneren die Möglichkeit zum Imbiss, einen empfehlenswerten Flammkuchen bietet. Vor allem aber genießen wir die Aussicht vom Schloss auf Durbach und Umgebung. An schönen Sommertagen ist hier am Wochenende immer sehr viel los, so dass schon ein wenig Glück dazu gehört, will man ohne Wartezeit einen freien Tisch ergattern.


Nach diesem kurzen Seitenabstecher und einer kleinen Stärkung geht es zügig weiter in Richtung Oberkirch, die kleine Landstraße K3569 bietet einen Vorgeschmack auf die Schwarzwaldkurven des heutigen Tages, die liebliche Weinlandschaft lädt allerdings eher zum gemütlichen Touren als zum Knieschleifen ein. Wir genießen die Aussicht dieses wundervollen Tages, das herrliche kurvige Panorama und lassen uns richtig Zeit in einer Landschaft, die an nahezu jeder Kurve einen neuen Postkartenausblick zu bieten in der Lage ist. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt deutlich unterhalb der gewohnten, aber das macht hier nun wirklich nichts aus.


In Oberkirch halten wir uns rechts auf die B28 in Richtung Oppenau, denn unser nächstes Etappenziel sind die Wasserfälle und die Klosterruine Allerheiligen. Bereits wenige Kilometer östlich von Oppenau ändert sich das Landschaftsbild schlagartig. Der Wechsel von der lieblichen Weinlandschaft zur waldigen, raueren Schwarzwaldumgebung findet fast ein wenig abrupt statt.

Bei Oppenau biegen wir nach links ab auf die 5370, die uns mitten in den Naturpark Schwarzwald Nord führt. Nun hat uns der Kurvenzauber des Schwarzwalds endgültig gepackt und wir sind keineswegs die einzigen, die das so sehen. Knapp zehn Kilometer liegen zwischen Oppenau und unserem nächsten Etappenziel, der Klosterruine Allerheiligen mitsamt den dortigen Wasserfällen, die zu den schönsten Europas zählen.Aber was für zehn Kilometer, am liebsten würden wir oben umkehren und die Strecke nochmals fahren. Ein wenig getrübt wird die Freude, durch die vielen Warnhinweise am Rande der Strecke, die den Verdacht aufkommen lassen, dass gerade an dieser Straße schon viele Biker verunglückt sind. Die Straße ist tatsächlich auch nicht im allerbesten Zustand, rutschige Bitumenflecken müssen leider einkalkuliert werden. Hier wäre der Einsatz staatlicher Infrastrukturmittel einmal durchaus angebracht.


Prinzipiell gibt es hier zwei verschiedene Möglichkeiten des Parkens und der Besichtigung, der untere Parkplatz bietet einen Fußweg entlang der Wasserfälle nach oben zur Klosterruine, wir beschließen aber angesichts des sich leicht zuziehenden Wetters weiter nach oben zu fahren und an der Klosterruine selbst zu parken.


Das Kloster Allerheiligen wurde zwischen 1191 und 1196 von Uta von Schaumburg gegründet, der Sage nach, so ist zumindest auf der Tafel eingangs zu lesen, wurde der Standort des Klosters ermittelt, indem ein Esel mit einem Sack Geld beladen wurde. Das Kloster, so die Sage, sollte da entstehen, wo der Esel den Sack abwarf. Wir kommen leider an diesem Tag in einen ordentlichen Regenguss und flüchten uns in das Innere des Restaurants im Kloster, das sich rasch füllt, so dass wir keinen Platz mehr bekommen können. So bleibt uns nichts anderes übrig, als das Ende des Regengusses abzuwarten, das Gott sei Dank nicht allzu lange auf sich warten lässt, damit wir unsere Besichtigung fortsetzen können. Der kleine Klosterladen bietet eine sehenswerte Ausstellung über die Bienenzucht und Produktion von Honig, die, sofern die Zeitplanung es erlaubt, auf dem Weg zu den Wasserfällen mitgenommen werden sollte.


Zu Fuß geht es in Richtung Wasserfälle, die in der Tat von einer einmaligen Schönheit und Wildheit sind. Es lohnt sich die Zeit zu investieren und die Fälle zu erwandern, auch wenn viele Besucher hier unterwegs sind, die einmalige Wildheit und gleichzeitige Schönheit der Wasserfälle ist weithin bekannt. Für die Besichtigung der Klosterruine und der Wasserfälle sollte auf jeden Fall genügend Zeit eingeplant werden, eine Stunde ist hier locker drin.

Weiter geht es auf der K5370 in Richtung Norden bis wir an die Schwarzwaldhochstraße, die B500 kommen. Hier biegen wir nach rechts ab in Richtung Freudenstadt, das wir über die B28 erreichen. Unser nächstes Etappenziel ist Baiersbronn, Gourmets unter den Bikern als Deutschlands Sterneköchehauptstadt wohl bekannt. Bekannte Sterneköche wie Jörg Sackmann oder Harald Wohlfarth präsentieren ihr Können hier im Schwarzwald den Besuchern und Touristen. Wer die Zeit mitbringt kann sich hier gerne auf ein Gourmetwochenende einquartieren und den Schwarzwald von seiner exzellenten kulinarischen Seite genießen. Wir haben die Zeit heute leider nicht, zumal unsere Tour nur als Tagestour ausgelegt ist und noch einige Kilometer vor uns liegen.

In Baiersbronn biegen wir am Kreisel nach links ab in Richtung L401 Mitteltal/Ruhestein und genießen die Fahrt durch das Murgtal, bevor wir wieder nach rechts auf die Schwarzwaldhochstraße, die B500 abbiegen. Wir lassen aber den bekannten Mummelsee einfach rechter Hand liegen, zumal sich hier an einem normalen Sonntag erhebliche Touristenströme bündeln und halten uns weiter auf der B 500 Richtung Hundseck und Sand. Das Panorama hier ist vor der Bühlerhöhe einfach wunderschön und lädt dazu ein, hin und wieder Halt zu machen und die Aussicht zu genießen.


Vor Erreichen der Bühlerhöhe biegen wir rechts ab für einen kleinen Abstecher zum Stausee Schwarzenbach, den wir an dieser Stelle auch noch mitnehmen möchten.

Auch diese Strecke ist bei Bikern ausgesprochen beliebt, was wir auf den knapp zehn Kilometern auf der schmalen L83 gut nachvollziehen können. Unsere Zeit neigt sich leider so langsam dem Ende zu, so dass wir beschließen kehrt zu machen und zu unserem Endpunkt Baden-Baden zu fahren.


Insgesamt haben wir an diesem Tag knapp 150 Kilometer zurückgelegt und einen wunderschönen Tag in einem Bikerparadies verbracht und sind absolut sicher, dass das nicht unser letzter Besuch hier war. Wir wünschen viel Spaß beim Erkunden des Schwarzwaldes und der badischen Weinstraße.

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