Odenwald - Neckar: Kurven räubern bis zum Abwinken

 

1. Mai - nach Wochen der regnerischen Trübsal der erste fast sommerliche Tag. Wie geschaffen für einen freien Tag, den sich auch Webmaster mal gönnen sollten. Halb Deutschland muss, sofern motorisiert, an diesem Tag auf den Beinen gewesen sein, aber was soll es. Es hat einen Riesenspaß gemacht. Und hunderten von Bikern, die ich unterwegs getroffen habe, ist es wohl auch so ergangen.

 

Geplant war eigentlich nur eine kleine Odenwaldtour, schließlich musste zuvor ja die Anreise von Butzbach aus bewältigt werden. Dass mehr daraus geworden ist - das muss wohl am Odenwald und am Neckar gelegen haben. Aber schön der Reihe nach.

Begonnen hatte ich die Odenwaldrundfahrt in Höchst i. Odenwald, einige wenige Kilometer auf der B45, aber nur bis zur Abfahrt ins Brombachtal. Gereizt hatten mich die kleinen Landstraßen westlich der B45, das Brombach- und das Mossautal. Um es vorweg zu nehmen, der Eindruck der Karte hat nicht einen Moment getrogen. Abseits der großen Straßen ist der Odenwald ein Paradies für Motorradfahrer, kleine und kleinste Landstrassen, Kurvenräubern ohne Ende und landschaftlich wunderschön. Man muss nicht immer weit fahren um in den Genuss solcher Gegenden zu kommen.

 

 

Über kleine Landstrassen ging es weiter bis Wald-Michelbach. Das alte Rathaus (1594), heute Heimatmuseum, hatte noch geschlossen, unwillkommen war mir das nicht. Die daneben liegende Terasse lud zum Verweilen und Ausruhen ein.

Waldmichelbach selbst wurde 1238 erstmals urkundlich erwähnt und bietet neben dem Heimatmuseum noch den Besuch der Stollen der Grube Ludwig, die bis auf 70 Meter Tiefe begangen werden kann.

Wald-Michelbach:

 

Die kurze Rast hatte gut getan, erfrischt ging es weiter über Unterschönmattenwang und Heddesbach bis Hirschhorn. Von Hirschhorn aus wollte ich eigentlich direkt weiter nach Eberbach, wer kennt schon Hirschhorn?

Die Beschilderung "Schloss Hirschhorn" ließ mich stutzen - Zeit für einen kleinen Ausflug?

Es hat sich gelohnt. Das Schloss von Hirschhorn, 1,5 km außerhalb des Ortes gelegen, ist eine Besichtigung allemal wert.

Bike abstellen und besichtigen - keine Frage. Wer sich die Zeit nicht gönnt, ist selbst schuld. Das Schloss, erbaut im 12. Jh. ist eine toll erhaltene mittelalterliche Burganlage. Über 400 Jahre wirkte dort das angesehen und nicht gerade arme Geschlecht der Ritter von und zu Hirschhorn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Neckar entlang über die B37 geht es weiter bis Eberbach. Auch hier lohnt die Besichtigung der schönen Innenstadt, nicht ohne einen großen Eisbecher zu verschmähen. Wenn schon sündigen, dann wenigstens mit Genuss.

Eberbach selbst, dessen Gründung auf das Jahr 1227 zurückgeht, bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, die einen Fußweg lohnen, sehenswert neben dem Pulverturm und Thalheimschen Haus ist auch der Alte Markt. (weitere Informationen: www.eberbach.de, sehr schön gestaltete Stadtseite mit Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Tourismus)

Vom landschaftlichen her ist die Fahrt entlang des Neckar auf der B37 ein schönes Erlebnis, auch wenn die fahrerischen Ansprüche nicht allzu hoch sind und insbesondere an Sonn- und Feiertagen mit heftigem Ausflugsverkehr der vierrädrigen Teilnehmer gerechnet werden muss.

Eigentlich hatte ich ja vor, von Eberbach aus gleich wieder in den Odenwald zurückzukehren, wartete doch immerhin noch das Sensbachtal auf eine Erkundung. Da sich die Fahrt entlang des Neckar aber recht reizvoll gestaltete, entschloss ich mich kurzerhand, das Vergnügen noch etwas auszudehnen und bis Neckargerach weiterzufahren, um mich von dort ab wieder nach Norden zu orientieren.

Von Neckargerach aus geht es wieder über kleine Landstrassen nach Gaimühle über Schöllbrunn und den Katzenbuckel.

 

Nur wenige Kilometer vom touristischen Zentrum Neckarufer weg beginnt wieder Bikers life - nur noch wenige vierrädrige Verkehrshindernisse, dafür aber richtig schöne kleine und kleinste Landstrassen. Je näher wir Gaimühle, unseren Einstieg ins Sensbachtal kommen, um so schöner und waldreicher wird die Strecke.

 

Das Sensbachtal selbst ist eines der Highlights. Am liebsten wäre ich hier die Strecke doppelt gefahren, landschaftlich wie vom fahrerischen her ein absolutes Muss im Odenwald.

 

 

 

 

Die beiden traf ich Eingangs des Sensbachtals, rechts auf einem kleinen Parkplatz. Ihre V-Max, gerade mal 9000 km alt, war liegengeblieben und weigerte sich beharrlich, wieder anzuspringen. Und das bei der ersten Ausfahrt im Jahr.

 

Helfen konnte ich den beiden auch nicht, aber vielleicht die Zeit des Wartens auf die avisierte Hilfe etwas unterhaltsamer gestalten.

 

Über Hebstahl, Unter- und Obersensbach gehts es zurück auf die B45 in Richtung Erbach und Höchst i. Odenwald, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Das Schloss zu Erbach lasse ich diesmal links liegen, es ist spät geworden, und ich bin mir sicher, dass ich wiederkommen werde. Odenwald und Neckar haben sicher noch viele reizvolle Strecken und Orte zu bieten.

 

 

 

 

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