Solmser Strasse (Teil 2)

Der zweite Teil unserer Tour entlang der Solmser Straße beginnt im Taunusstädtchen Kronberg, nordwestlich von Frankfurt/Main. Mit dem Wetter haben wir Glück, es bleibt trocken, aber der stellenweise stark böige Wind macht doch etwas zu schaffen.

Ausgangspunkt ist die Burg zu Kronberg, von den Reichminsterialen von Eschborn um 1220/30 erbaut, auf einer Anhöhe des Altstadtkerns Kronbergs gelegen. Der Weg, direkt zum Schloss, stellte sich zwar als befahrbar heraus (wenngleich das holperige Steinpflaster weder für den Fahrer, noch für die Maschine sonderlich angenehm, war) die Chance auf einen Parkplatz direkt am Schloss ist jedoch gleich Null. Empfehlenswert, insbesondere für etwas ungeübtere Fahrer ist es sicherer, das Motorrad in der Altstadt zu parken und die wenigen Meter zu Fuß zu gehen.

Im Schloss findet stündlich eine Führung statt, die wiederzugeben an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde. Insbesondere während der französischen Revolutionskriege wurden weite Teile der Burg zerstört, und durch Kaiserin Friedrich, die Mutter Wilhelms II renoviert und restauriert.

Über die B 455 geht es weiter in Richtung Bad Homburg, bekannt durch den "Prinz von Homburg" und die Taunus Thermen, eine moderne Bade-, Sauna und Erholungslandschaft. So anstrengend, dass wir dieser Erholung bedürften war unsere Tour bislang nicht und wir beschließen zügig weiter in Richtung Bad Vilbel zu fahren, die A 661 allerdings meidend, über kleine Landstraße in Richtung Ober-Erlenbach in Richtung Bad Vilbel fahrend. Bekannt vor allem durch die Mineralwasser- und Heilquellen, entwickelte sich Bad Vilbel zu einem der beliebtesten Wohnorte im Frankfurter Umfeld (mit entsprechenden Grundstückspreisen) wie wir dem etwas lauten Gespräch unserer Tischnachbarn eine Vilbeler Eisdiele entnehmen konnten.

Wir beschließen unseren eingeschlagenen Weg über kleinere Landstraßen beizubehalten und in Richtung der Kreisstadt Friedberg ein wenig Wetterauer Landluft zu schnuppern. Unschwer kann man an Landschaftsbild (und mitunter auch den dazugehörigen Gerüchen und extrem langsamen Verkehrshindernissen) erkennen, dass die Wetterau auch heute noch landwirtschaftlich intensiv genutzt wird.

Ganz so waldig, wie der nördliche Teil der Solmser Straße (siehe Tour 1) ist dieser Teil der Route nicht, aber die kleinen und mitunter recht kurvigen Straßen haben aber auch ihren fahrerischen Reiz.

Hier in Friedberg gefiel es schon den Römern so gut, dass sie ein Kastell samt Siedlung bauten. Die Burg geht auf Barbarossa zurück, der 1170 den Grundstein legte und eine der größten Wehranlagen des Mittelalters bauen ließ.

Der Adolfsturm wurde mit der Lösegeldzahlung für den Gefangenen Adolf von Nassau finanziert, aus Sicht des Bauherren eine recht preiswerte Finanzierungsvariante und mit bedeutend geringeren langfristigen Auswirkungen als die heute übliche Finanzierung mittels Bauspardarlehen und Bankfinanzierungen.

Die sich zuziehende Bewölkung und der stärker werdende Wind lassen für den weiteren Verlauf unserer Tour Befürchtungen aufkommen, so dass wir die nächste Etappe in Richtung Laubach zügig über die B 455 Richtung Wölfersheim, in früheren Jahren bundesweit bekannt als Hochburg rechtsextremer Parteien, nehmen.

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